Was muss der Kunde tun, wenn der Stromanbieter in die Insolvenz geht?

Als Kunde ist es immer wieder eine sehr schwierige Angelegenheit, wenn man mit einem Unternehmen einen Vertrag hat, das überraschend vor der Pleite steht und den Insolvenzantrag stellen muss. Dieses Erlebnis macht leider vor keiner Branche halt. Vor Jahren noch setzten viele bei Bankenpleiten auf das falsche Pferd. Die weitaus meisten Menschen haben von ihrem ersparten oder angelegten Geld nie wieder was gesehen. Im Zeitalter von massiven Unternehmensfusionen- und Pleiten kann es ebenso passieren, dass man das bereits angezahlte Gerät nichts sieht, weil die Lieferung nicht mehr ausgeführt werden kann. Dann ist zumeist auch die Anzahlung weg.

Stromanbieter pleite: Was bedeutet das für den Kunden?

Vor solchen und ähnlichen Situationen sind auch Stromunternehmen nicht sicher. Dass das nicht nur eine Annahme ist, haben uns Unternehmen wie Teldafax, Flexstrom und Löwenzahn Energie sehr deutlich werden lassen. Nur, was passiert dann mit dem Kunden? Gehen bei ihm die Lichter aus? Was ist mit der Vorauszahlung, die gegebenenfalls geleistet wurde? Dabei hätte eigentlich alles so schön werden können. Der neue Stromanbieter war über das Internetportal gefunden, der Tarif schien günstig und der Wechsel des Anbieters kinderleicht. Da freut man sich natürlich, allein am Strom ein kleines Vermögen zu sparen. Doch dann stellt sich irgendwann heraus, dass dieser neue Stromanbieter entweder schlecht gewirtschaftet oder sich schlicht verkalkuliert hat. Als Ergebnis dieses Handelns steht die Pleite vor der Tür. Und nun? Bekomme ich als Kunde nun keinen Strom mehr? Was passiert bei einem Insolvenzverfahren? Was unternimmt der Insolvenzverwalter und bekommen die Gläubiger?

Versorgungspflicht in Deutschland

Was tun wenn der Stromanbieter in die Insolvenz geht?

Kenner der Branche wissen, dass dieser Angst unnötig ist. In Deutschland gibt es eine gesetzlich verordnete Versorgungspflicht. In dieser Versorgungspflicht ist bindend geregelt, dass sämtliche Haushalte innerhalb der Bundesrepublik Deutschland mit Strom versorgt werden müssen. Das gilt jedenfalls solange, wie man seine Stromrechnung regelmäßig bezahlt hat. Wenn also der Stromversorger ausfällt, kann der Kunde da ja nichts dafür. Er wird weiter mit Strom versorgt. Es kann allerdings passieren, dass dieser Strom wieder zu einem höheren Preis geliefert wird. Der Strom kommt verwaltungstechnisch nun von „irgendeinem“ Unternehmen in der Nähe – und das kann eben erschreckend teuer sein.

Das gilt natürlich auch uneingeschränkt für solche Kunden, die sich für Ökostrom entschieden hatten. Auch wenn dieser Anbieter Pleite geht, muss der Kunde wohl oder übel wenigstens vorübergehend wieder mit der eventuell ungewollten atomar erzeugten Energie arbeiten. Wobei … auch wer Ökostrom bezahlt, bekommt ja keine eigene Leitung zum Ökostromanbieter und bezieht seine Energie auch weiterhin aus diesem bunten Stromcocktail aus dem öffentlichen Stromnetz – aber das ist ein ganz anderes Thema.

Vorauszahlung bei eine Strom Tarif

Nun gibt es Tarifgestaltungen, bei denen der Kunde eine Vorauszahlung leisten muss. Die wurde dann für eine Leistung entrichtet, die definitiv nicht mehr erbracht wird. Ist das Geld dann einfach „futsch“? Bei den Tarifen, bei denen Vorkasse zu leisten ist, ist das Geld tatsächlich und unwiderruflich weg. Wer also beispielsweise zu Jahresbeginn das Geld an den Stromversorger gezahlt hat, hat dies normalerweise für 2 Jahre getan. Wenn der Versorger zum Jahresende Pleite geht, hat nur den Anbieter finanziert, bekommt aber seinen Strom nicht mehr. Das Geld ist definitiv weg. Genau genommen stimmt das auch nicht, dann es hat nur ein Anderer …

Nebenbei – das Geld ist nicht einfach weg. Es gibt im Normalfall ein hinterlegtes Haftungskapital, auf das zurückgegriffen werden kann. Nur, wenn das nicht hoch genug ist, um alle Gelder zurückzahlen zu können (das ist in aller Regel der Fall), geht die bereits geleistete Vorauszahlung ganz oder teilweise verloren. Ein Stromanbieter, der von seiner Kundschaft Vorauszahlungen fordert, der bekommt real betrachtet einen Kredit. Mit diesem Kredit kann der Anbieter erst einmal arbeiten. Auch wenn der daraus resultierende Tarif verlockt, es gibt in solchen Vorauszahlungen immer auch Risiken. Wer kein Geld zu verschenken hat und auch keines verlieren möchte, meidet solche, wenn auch sehr sehr günstigen Angebote. Am Ende zahlt der Kunde ggf. die Zeche.

Woher soll der Kunde wissen, wie es um den Anbieter wirtschaftlich bestellt ist? Der Kunde kann wohl kaum in dessen Bücher schauen. Vielleicht aber doch … Eine Möglichkeit hat der Kunde doch dazu. Alle Unternehmen müssen einen jährlichen Geschäftsbericht erarbeiten und den können die Kunden einsehen. Das gilt auch für nicht börsennotierte Unternehmen. Allerdings ist es auch so, dass viele Unternehmen aus ihrer Gewinnermittlung kein Geheimnis machen.

Den richtigen Stromanbieter finden!

Auf der Suche nach einem neuen Stromanbieter sollt man sich nicht von den Tarifen blenden lassen, sondern auch darauf achten, ob man sich über die Zahlen des Anbieters informieren kann. Wenn das nicht der Fall ist, dann hat er wohl etwas zu verbergen. Nur, wer seine Karten und damit „seine Bücher“ offen auf den Tisch legt, ist als Stromanbieter seriös und kann somit beim Stromanbieterwechsel in die „engere Auswahl“ kommen. In den allermeisten Fällen sind Pleite oder Insolvenz eines Stromanbieters nervig und kosten Geld – man kann sich aber einfach innerhalb kurzer Zeit einen neuen Anbieter suchen. Das geht am einfachsten mit einem Strompreisvergleich im Internet.

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